Aber fangen wir doch erst einmal mit der Frage an, WARUM ein Webrahmen oder sagen wir einfach "Webvorrichtung" nützlich und sinnvoll ist.
Man kann genausogut ohne auskommen. Da gibt es die bekannte "Gürtelmethode" oder auch das "Weben auf dem Fuße", welches man auf der Webseite von Anneliese Bläse erklärt wird. Ich persönlich möchte folgendes Pro und Contra allgemein zu Webgeräten anführen:
Pro
- Man ist in seinen Handlungen mobiler. Bei der Gürtelmethode ist man quasi "angebunden", und kann nicht eben mal sehr schnell aufstehen, um mal das Essen im Kochtopf umzurühren oder ans Telefon zu gehen, welches im Zimmer nebenan läutet.
- Auf Dauer wird der eigene Rücken geschont.
- Ein aufgezogener Webrahmen kann auch als hübsche Dekoration in der Wohnung dienen, wenn er entsprechend in Szene gesetzt wird.
- Wer gerne Zeitreisende einmal Weben lassen möchte. Leute tun sich am Brettchenwebrahmen weniger schwer, einmal selbst zu weben. Gerade, wenn sie dann ihre gewebten Ergebnisse sehen, sind sie begeistert. So wird eine scheinbare "Kleinigkeit" zu einem großen Erfolgserlebnis.
- Für einigermassen vernünftige Arbeitsgeräte sollte man incl. Kleinkram zwischen 100,- und 300,- Euro Investiton rechnen, wenn man nicht selbst handwerkliches Geschick besitzt.
- Die meisten Gerätschaften sind für das Kammweben hervorragend geeignet. Beim Brettchenweben, wo man einegrößere Spannung braucht, gibt es zumeist eher ein paar kleinere Probleme. Der Tabby ist hier eine Ausnahme.
Meine Webgeräte:
"Fred - Erik"
Foto: Uschi Jung |
Er wurde für mich von Claus Lorenz in reiner Handarbeit, ich glaube 2001, gebaut. Dafür vielen, vielen Dank. Damit hat er mir eine wirklich große Freude gemacht.
Bei diesem Webrahmen wurden keine Schrauben benutzt. Er besteht lediglich aus einer Bodenplatte, 4 Seitenteilen, 11 Querhölzer, 22 kleine Hölzer (= Befestigung der Querhölzer). Messing und Messingnägel sind übrigens reine Zierde.
Das Bild, welchen von der Seelenfängerin Uschi Jung, eingefangen wurde, sieht man "Fred - Eric"bei seinem ersten Einsatz. Wir haben das Schachbrettmuster, welches Sandra Mohr ("Die Spindel") in ihrer Anleitung "Brettchenweben - Alte Kunst Neu entdeckt" publiziert hat, auf ihm gewebt. Als Anfänger haben wir dünne Baumwolle benutzt und als Farben haben wir royalblau, orange und beige gewählt. Die Holzbrettchen habe ich vom Museumsdorf Düppel gekauft.
"Raven"
Foto: N. Müller |
Das erste, was ich auf "Raven" gewebt habe, war eine kammgewebte Borte. Dazu habe ich Designerstrickwolle benutzt. Sie hes "Golden Sky" und war weiß / blau / silber. Das zweite Projekt war eine kammgewebte Borte, ebenfalls mit Designerwolle, jedoch in den Farben gold / rot. Dabei habe ich festgestellt, dass diese Designerwolle nicht nur zu schade, sondern eigentlich zu Webzwecken gänzlich ungeeignet ist. Beim drittem Projekt benutzte ich Strickwolle, die einfach in verschiedenen Blautönen gefärbt war. Es kam eine interessante Borte dabei heraus, doch ich muß sagen, beim Bandweben bleibe ich künftig doch lieber bei natürlichen Garnen (Leinen, Seide, Baumwolle etc.)
Das nächste Projekt wurde eine brettchengewebte Borte. Diese ist zu finden in Sandra Mohr's Musterbuch Nr. 1. Es ist die Nummer 25 mit 17 Webbrettchen. Es wurden die Farben Beige, grün und rot benutzt.
Bandwebrahmen "Yngvild"
Foto: Nicole Müller |
Ich habe ihm den schönen Namen "Yngvild" gegeben.
Leider sind nur noch wenige dieser Bandstühlchen zu bekommen, und ob diese noch einmal gebaut werden können, weiss ich leider nicht. Daher poste ich an dieser Stelle die Bezugsadresse nicht. Ich denke aber, dass mit ein wenig Geschick jeder dieses Webgerät selber nachbauen kann.
Ermißt nur wenige Zentimeter und für wirklich kleine Projekte ist er bestens geeignet. Aufgrund der Größe könnte man ihn auch mitnehmen, um in Bus, Bahn oder im Flieger damit zu arbeiten. Das hat natürlich was.
Webgestell (Lea Lauxen)
Foto von L. Lauxen |
Durch seine Kompaktheit ist der Rahmen auch ideal für unterwegs und findet auch in Bus und Bahn Platz.
Der Webrahmen ist ca. 50cm lang und wird inklusive Schäranleitung geliefert. Da Anfang und Ende der Borte auf Stäbe zu beiden Seiten des Rahmens aufgewickelt werden, ist die Länge der Kette völlig frei bestimmbar.
Bei einer durchschnittlichen Garnstärke sind auch mehrere Meter Lange Ketten kein Problem.Ich habe zuvor mit größeren Webrahmen gewebt, nämlich mit meinen beiden "Schätzchen", die ich "Fred - Erik" und "Raven" getauft habe. Auf dieses Webgestell war ich sehr gespannt.
Was mir gefällt:
- Ein kleines Webgestell, was gut transportierbar ist.
- Ich finde das Aufschären der Fäden bei diesem Webgestell nicht als "zeitfressend"
- Das Weben ist anfangs gewöhnungsbedürftig, aber man findet sich mit dem Webgestell sehr schnell zurecht.
- Die Spannung läßt sich nicht so fest regulierren, wie sie sein müßte. Auch für das Kammweben reicht es meiner Meinung nach nicht. Eventuell finde ich aber noch einen Weg, das bei diesem Webgestell zu schaffen.
- Die Verarbeitung läßt einige Wünsche offen. Einige kleine Stellen sind noch rauh gewesen. Diese mußte ich mit feinem Schmiergelpapier nachbearbeiten.
- Der Preis ist für die Verarbeitung ein klein wenig hoch gegriffen. Allein, ohne die restlichen Setbestandteile hätte ich ihn nicht gekauft.
Tabby
Von dem Tabby habe ich eine ganze Menge gehört, und zwar nur Gutes. Es kam mir so vor, als sei dieser Webrahmen die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau. Ich bin allerdings ein recht neugieriger Skeptiker und habe etwas weiter recherchiert. In Facebook fand ich Name und Anschrift.des Erbauers und habe Kontakt aufgenommen. Dabei habe ich festgestellt, dass der Tabby ein Webrahmen ist, der aus der Praxis kommt, und stetig verbessert wird. Darin liegt also dann das Geheimnis.
Kleine Übersicht:
Modell | PRO | CONTRA |
Webrahmen "Fred Eric" |
|
|
Webrahmen "Raven" |
|
|
Bandwebrahmen "Yngvild" |
|
|
Webgestell von Lea Lauxen |
|
|
Tabby |
|
|
Aldís Aude Thorvalddottir
- Update Posting: 07.06.2017